Der gläserne Terrorverdächtige
[Telepolis, 15.09.07] Der 11. September 2001 hat vor allem in den USA die Bürger sensibilisiert, sodass sie sich eine Menge “Anti-Terror-Gesetze” über sich ergehen lassen. Einfacher halber bekommen Terrorverdächtige keinen Gerichtsprozess mehr, weil sie eben Terrorverdächtige sind und verdächtig sind nur die, die etwas Illegales tuen? Genau so denken wohl einige Politiker in den USA und auch bei uns in Deutschland treibt der Wille nach immer mehr Überwachung immer verrücktere Blüten; siehe dazu Schäuble und Anti-Terror-Gesetze.
Dass die ganzen Vorsichtsmaßnahmen auch nach hinten losgehen können und mit welcher Wucht das geschehen kann, planen Politiker gar nicht erst ein. Telepolis berichtete am 15. September 2007 über das Schicksal von Hasan Elahi, der durch eine Denuziation Opfer des Überwachungsaparates wurde. Er hatte einen Lagerraum nach den Anschlägen am 12. September gekündigt. Der Vermieter berichtete der Polizei prompt “von einem Araber, der Sprengkörper besitzt und am 12. September gelohen ist”. Spätestens die vielen Flugmeilen, die er wegen Kunstausstellungen und Festivals zurück legen musst, machten ihn für das FBI zu einem Terrorverdächtigen.
Ein detailliert geführte Kalender rettete ihn vermutlich, denn trotz des Kalenders zogen sich die Verhöre über Monate hinweg und ein 3-stündiger Lügendetektor-Test wurde 9-mal wiederholt.
Boomerang-Effekt
Seit Dezember 2003 ist seine Webseite Tracking Transcience online und ermöglicht allen Interessierten einen Einblick in sein Privatleben: Er dokumentiert alles was er isst und tut und ein GPS-Peilsender gibt seine aktuellen Aufenthaltsort preis. Das Internet eignet sich hervorragend zum Überwachen. So finden sich unter den Besuchern Computer des Pentagons, der CIA, des FBI und dem Weißen Haus. Hochkarätige Versammlung also, die sich da auf der Seite einfindet.
Das erinnert einen doch sehr daran, dass manche Firmen anonym versuchen bestimmte Wikipedia-Beiträge zu manipulieren. Der Wikiscanner macht es nun einfacher derlei Manipulationen aufzudecken.
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